enthält Werbung | Lotte privat | Yoga im Mama-Alltag

Achtsamkeit – durch Yoga lernen

September 12, 2017
Mindful Living

Bevor ich zum Yoga kam, hat mir der Begriff Achtsamkeit, tatsächlich nichts gesagt. Es ist ja auch ein Wort, das nicht so sehr im Sprachgebrauch ist.

Achtsamkeit durch Yoga lernen
Durch Yoga kehrt mehr Achtsamkeit in den Familienalltag ein – für alle. Das bringt viel Entspannung und Ruhe für alle Familienmitglieder mit sich.

Aber was ist Achtsamkeit?

Meinen Schülern halte ich fast in jeder Yoga-Stunde einen kleinen Vortrag darüber, dass sie im Yoga achtsam mit ihrem Körper umgehen. Das heißt auf ihn zu hören, wann er genug hat und nicht mehr kann. Oder wann man ihn vielleicht noch ein kleines Stückchen mehr fordern kann. Indem wir vor und nach der Stunde ein wenig meditieren, versuchen wir eine bessere Verbindung zu den Empfindungen des Körpers herzustellen.

Achtsam bedeutet auch vorsichtig sein – Acht zu geben. Achtsamkeit spielt auch in der Psychotherapie eine ganz entscheidende Rolle.  So werden zum Beispiel auch Achtsamkeits-Trainings angeboten. Vor allem für „Burnout-Patienten“ hilft das achtsame Atmen, wieder zurück „zu sich“ zu kehren. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und langsam realisieren, dass Ängste und Gefühle zwar da sind, aber nicht so weit gehen einen vollkommen zu lähmen.

Mindful Family

Auch die achtsame Familie ist ein wichtiges Thema. Achtsamkeit in Bezug auf Kinder-Erziehung zielt in die Richtung Emi Pikler oder Jesper Jul.  Wichtig bei diesem Stil ist den Kindern ZEIT zu lassen. Jedes Kind lernt, was es lernen will, dann wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.

Emil Pikler Kurs
Im „Pikler-Bewegungskurs“ habe ich mit meinem ersten Sohn gelernt „zuzuschauen und ihn auch mal selbst machen zu lassen“.

Nicht nur das rollen, robben, krabbeln oder laufen sollte jedes Kind sich individuell selbst beibringen. Sogar Fahrrad-Fahren oder Schwimmen, lernen Kinder, wenn man ihnen nur Vertrauen und Zeit schenkt. Sie beobachten, probieren und entwickeln oft „über Nacht“ eine so starke Zielstrebigkeit, dass sie bestimmte Dinge tatsächlich manchmal „im Schlaf“ lernen.

Da spielt auch viel die Affirmation eine wichtige Rolle. Die Kinder stellen sich beispielsweise vor, dass sie Radfahren und schlafen mit dem Gedanken ein. Das Unterbewusstsein verankert dann, das Bild des Fahrrad-fahrenden Ichs und gibt dem Kind eine innere Sicherheit, wenn es das nächste mal auf das Rad steigt.

Es ist noch viel mehr…

…als nur achtsam mit dem eigenen Körper, dem Atem oder den Kindern umzugehen. Achtsamkeit ist auch ein „Leben im Moment“. Durch die schöne Übung aus dem „Familien-Yoga-Buch“ „It’s Buddha-Time“ wurde mir die Achtsamkeitsglocke ans Herz gelegt. In meinem vorherigen Blog-Artikel über dieses tolle Buch, habe ich sie schon kurz erwähnt. Durch das stetige – wenn man aufmerksam hinhört – viertelstündige Innehalten, wenn die Kirchturmuhr läutet, soll man sich vergegenwärtigen was man eigentlich gerade (im Moment) macht. Und die Gedanken an das Vergangene und an die Zukunft kurz ruhen lassen.

Zitat von Buddha zur Achtsamkeit
Den Moment achtsam zu erleben rät schon Buddha.

Das hat bei mir oftmals den kleinen Effekt, dass ich Geschenke wieder deutlicher wahrnehme. Auch im übertragenen Sinne.

Ein Beispiel: Vor dem Einschlafen will ich noch einmal einen achtsamem Moment erleben. Ich werde mir bewusst, dass ich in meinem Bett liege. Diese Bett habe ich mir tatsächlich lange gewünscht und wir haben dafür gespart. Haben uns tolle bequeme Matratzen ausgesucht und mit Freude auch die Bettwäsche dazu. Wie das eben so ist verfliegt dieses Gefühl des neuen ziemlich schnell. Schon nach einer Woche ist es normal in dieses Bett zu steigen und sich in diese Bettwäsche zu kuscheln. Sorgen über den vergangenen Tag, den bevorstehenden Schlafmangel oder den nächsten Tag durchziehen die Gedanken und es bleibt kaum eine Sekunde der Freude… Mein achtsamer Moment lässt mich aber die Freude, jetzt „in diesem Bett“ zu liegen, noch einmal (fast so) spüren, wie in der ersten Nacht. So viel Dankbarkeit und Glück durchströmt meinen Körper.

Und was steht im Yoga-Sutra?

R. Sriram schreibt in seiner Übersetzung des Yoga-Sutra von Patanjali über das Erkennen der Wahrheit und das Unterscheiden zur Unwahrheit, dass die ACHT Übungsglieder unsere achtsame Unterscheidungsfähigkeit auf verschiedenen Ebenen unserer Persönlichkeit schulen: Yama – das Verhalten gegenüber der Natur, Niyama – der Umgang mit der eigenen alltäglichen Energie, Asana – der Umgang mit dem Körper, Pranayama – achtsames Atmen, Pratyahara – der Umgang mit den Sinnen und Dharana, Dhyana und Samadhi – der Umgang mit dem Geist. (nach: R. Sriram: Das Yoga-Sutra: Von der Erkenntnis zur Befreiung, Theseus, Bielefeld, 2006: kindle-edition: Pos. 1310 ff).

Achtsamkeit bringt tiefe Erkenntnis und löst störende Neigungen auf (nach Yoga-Sutra 2.2).

 

Und Du?

Warst Du heute schon achtsam? Mit Dir? Deinem Körper? Deinen Kindern oder Deiner Umwelt? Hast Du inne gehalten und den Moment bewusst erlebt?

Mit diesem kleinen „Mikro-Blog“ will ich Dir eine Anregung für ein bisschen mehr Yoga in Deinem Alltag geben. Denn Yoga ist nicht nur körperliches Üben. Es ist eine Lebensauffassung, die Dir helfen kann glücklicher und entspannter mit Dir und Deiner Umwelt umzugehen.

Wir trainierst Du Achtsamkeit? Lass‘ es mich gerne wissen in den Kommentaren!

Wenn Du Lust hast lies‘ Dir doch auch den Artikel über das Buch „It’s Buddha-Time“ durch und hinterlasse mir dort einen Kommentar, um ein Exemplar zu gewinnen. Nächste Woche interviewe ich hier die Autorin des Buches, Daniela Heidtmann.

Nun wünsche ich Dir eine wundervolle Woche und einen achtsamen Start in ein schönes Herbst-Wochenende.

Namasté – mein Herz grüßt Dein Herz,

Deine Lotte

Yoga-Atelier Vaihingen/Enz
Lotte grüßt Dich aus dem Yoga-Atelier in Vaihingen/ Enz

  1. Liebe Lotte, danke für deinen wunderbaren Beitrag. Ich werde jetzt rausgehen und mit meinem kleinen Mann spielen, ohne auf dieses blöde Handy zu gucken. Nur er und ich. Danke für diesen tollen Beitrag! Deine Maike

    1. Das macht mich sehr glücklich, liebe Maike! Tut immer gut zu lesen, dass das was ich schreibe ankommt – und gut ankommt 🙂 Eine echte Freude solche „Stammleser“ zu haben!
      Alles Liebe,
      Lotte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.