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Der Drehsitz – für ein starkes Rückrat

November 13, 2017
Der Drehsitz tut vor allem Deiner geplagten Wirbelsäule gut
Der Drehsitz hat viele körperliche und mentale Vorteile
Ardha Matsyendrasana – der Drehsitz ist sehr empfehlenswert für Berufe in denen der Rücken oft einseitig belastet wird. Die Wirbelsäule erfährt durch die Drehung eine „kleine Vitalisiserungskur“, indem die Bandscheiben dazu angeregt werden Gewebeflüssigkeit auszutauschen.

Der Drehsitz, oder Ardha Matsyendrasana hat, wie jedes Asana im Yoga körperliche Vorzüge und natürlich auch psychische und mentale. Dieses Asana dient vor allem dazu sich „auszugleichen“. Drehungen sind im Yoga „ordnende Übungen“ (Helga Pfretzschner: Yoga-Üben in Schritten, vianova-Verlag 2012,IV: S. 175).

Gerade Mütter von kleinen Kindern kommen buchstäblich ganz schief daher, da sie meist eine bevorzugte Seite haben, auf der sie ihr Kind tragen. Die Folgen wirken sich auf die Wirbelsäule aus und damit auf das gesamte Gesundheitssystem des Körpers – den Gang, das Lymphsystem und damit auch Schmerzrezeptoren (in Kopf oder Rücken). Mit diesem Asana will ich „Werbung“ dafür machen, dass vor allem die hart arbeitenden Mütter wieder einmal die andere Seite sehen  – und aktivieren.

Alles hat zwei Seiten – Affirmation im Drehsitz

Eine mögliche Affirmation während des Übens des Drehsitzes könnte tatsächlich sein: „Ich betrachte alles stets von zwei Seiten.“ Wir blicken oft stur nur in eine Richtung und bemerken dabei manchmal nicht, was wirklich wichtig ist. Mit dem Yoga-Üben, vor allem im Drehsitz, wollen wir den Organismus und vor allem den Geist dazu anregen, mögliche Polaritäten zu erkennen und zu vereinigen.

Lotte dreht nach links und rechts
Immer zwei Seiten zu betrachten, kann nie ein Fehler sein. Denke bei jedem Üben – vor allem im Drehsitz – daran, stets beide Seiten zu berücksichtigen.

Die Ausführung und worauf geachtet werden muss

Sitze aufrecht mit ausgestreckten Beinen. Zunächst wird das rechte Knie gebeugt zum Körper gezogen. Die Kompression von Oberschenkel und Bauch hat wiederum eine wohltuende und aktivierende Wirkung auf die Organe des Ober- und des Unterbauches. Dann wird der rechte Fuß über den linken Oberschenkel gesetzt. Dabei kann der linke Fuß ein kleines Stück rechts rutschen.

Der linke Arm „umarmt“ nun das rechte Knie. Der rechte Arm zeigt ausgestreckt nach vorne und wandert in einer waagrechten Linie um den Körper herum, bis hinter den Rücken, wo die Hand auf dem Boden (oder am Rücken) abgesetzt wird.

Drehsitz mit Karten-Set vorbereiten
Mithilfe des neuen Yoga-Karten-Sets „Yoga-Workouts gestalten“ von Mark Stephens kann ich die Drehungen im Sitzen gut mit vor- und nachbereitenden Asanas innerhalb meiner Yoga-Stunden einbauen. (Mit freundlicher Genehmigung des Riva-Verlags – Bildrechte liegen beim Verlag).

Wichtig ist, dass Du mit beiden Gesäßhälften am Boden verankert bleibst. Der Blick geht über die rechte Schulter. Die Schultern sollten nicht nach oben gezogen werden. Bei entsprechender Dehnbarkeit im Drehsitz kann der Ellbogen sinken, damit die Schultern entspannt sind.

Achtsamkeit ist bei jeder Übung das A und O. Auch hier. Wenn es irgendwo weh tut oder sich nicht gut anfühlt, gehe langsam und schrittweise aus dem Drehsitz-Asana raus. Zur zusätzlichen Dehnung der Gesäßmuskulatur kannst Du das ausgestreckte Bein noch nach innen anwinkeln. Dabei nicht unter das Gesäß schieben. (Siehe Bild oben).

Twist nach rechts und nach links

Ich liebe diagonale Übungen wie den Drehsitz. Bei ihnen wird gleichzeitig auch unser Gehirn aktiviert. Bei diesem Asana so besonders: die Drehung geht nach rechts – also auf die „männliche Seite“ oder Yan und die Dehnung und die vertiefte Flankenatmung findet auf der linken Seite – der weiblichen Yin-Seite statt. Daran siehst Du schon, wie toll dieses Asana bei richtiger Ausführung wirkt. Es bringt über Aktivierung der entgegensetzten Gehirnhälfte Yin und Yan in Deinem Körper in Einklang.

Die Wirbelsäule dankt

Durch Drehbewegungen – vor allem achtsame, wie im Yoga – regen wir die Bandscheiben an, angestaute Flüssigkeit auszutauschen und sich in der folgenden Aufrichtung und Streckung der Wirbelsäule wieder mit frischer Flüssigkeit und auch Prana zu füllen. Ein bewusster Atem ist bei den Dreh-Asanas von Vorteil, um mit der Atemlenkung Prana – frische Energie – in jeden kleinen Nebenraum der Atemräume zu schicken.

Yoga-Karten-Set unter anderem mit dem Drehsitz
Das Yoga-Karten-Set von Mark Stephens (Bildrechte Riva Verlag) bietet mehrere Alternativen für Drehungen im Sitzen, die alle sehr gut und detailliert fotografiert sind.

Oft schaffen wir mit der Drehung Gelenke oder Wirbel auseinander zu ziehen und vielleicht sogar laut knacken zu lassen. Das Knacken ist meist nicht schlimm, also auch nicht schmerzhaft. Damit lösen sich nur Verklebungen.

Mütter zwischen den Stühlen

Als Mütter sitzen wir in der heutigen Zeit „zwischen den Stühlen“. Zum einen ist die Erwartungshaltung – persönlich oder vom Umfeld und der Gesellschaft – dass man als Frau auch mit Kindern Karriere macht. Man hat ja schließlich lange genug studiert. Dies muss perfekt ablaufen – für die perfekte Mutter. Keine Tränen bei der Kita-Eingewöhnung. Kein Trennungsschmerz und dann direkt umschalten von Haushalt und Kinderrotz auf Laptop und „Chefgemotz“. Die perfekte Mutter steckt das mit links weg… Und hat nach Feierabend noch locker Zeit für diverse tolle Freizeitbetätigungen mit dem Nachwuchs, wie Laterne-Basteln oder Schwimmen gehen…

Das spricht „das Yan“…
Ich sage: „Quatsch!“

Wir fühlen uns nämlich auch von unseren eigenen Muttergefühlen getrieben. Unseren Instinkten, die uns manchmal deutlich sagen, dass es manchmal besser ist die Karriere hintan zu stellen und weiter für die Familie da zusein. Wir genießen die Zeit und investieren sie intensiv in ein achtsames Miteinander.

Das spricht „das Yin“…

Trotzdem träume ich „vom Ausbruch“. Tagaus Tagein zuhause zu sitzen, zu kochen, zu putzen und Streit zu schlichten zwischen ein par kleinen Rotznasen,… Das erfüllt mich mäßig und ich blicke oft voll Neid auf die sogenannten Workingmoms, die den Spagat mit Leichtigkeit und Freude zu meistern scheinen.

Alles hat zwei Seiten

…auch das Mutter-Dasein. Mit dem Üben des Drehsitzes soll in uns angeregt werden, auch über die andere Seite nachzudenken. Mit achtsamer Übungspraxis mag es vielleicht gelingen tatsächlich irgendwann zufrieden im Hier und Jetzt zu sein. Die Herausforderungen des stressigen Mutter-Alltags zu nehmen wie sie kommen: sei es eine „dreifache“ Durchfallerkrankung oder eine zu früh gesetzte Deadline. Wir geben alle unser bestes, und sind da wo wir jetzt stehen genau richtig. Wir erkennen wo wir gebraucht werden und wir erkennen wofür unser Herz schlägt. Und letztendlich sind wir eben nicht NUR Mütter… Wir sind Menschen mit Bedürfnissen – und ganz oben auf der berühmten Maslowschen Bedürfnis-Pyramide steht die Selbstverwirklichung.

Lotte übt den Drehsitz im Garten
Happy aber müde. Das waren meine Gefühle, als ich hier den Drehsitz im Garten geübt habe… Auch eine zweiseitige Betrachtungsweise 😉

„Ich bin flexibel und halte doch an meinen Grundwerten fest.“

Auch dies – eine schöne Affirmation für’s Üben. Mit der Hilfe von Yoga lernst Du auch mehr auf Deine innere Stimme zu hören und dazu zu stehen. Stehe dazu, dass Du arbeitest, Dich selbst verwirklichst und Dich für Fremdbetreuung entschieden hast. Wenn es richtig für Dich und Deine Seele ist!

Stehe aber auch dazu, wenn Du zuhause bleibst und zuhause arbeitest, wenn es richtig für Deine Seele ist!

R. Sriram schreibt in seiner fantastischen Übersetzung des Yoga-Sutra von Patanjali:

Es stellt eine große Herausforderung dar, die Stimme, die aus tiefstem Kern unseres Bewusstseins kommt, von der lauten Sprechweise der Ratio und des Glaubens unterscheiden zu lernen. Dafür ist es erforderlich das Wesen zu erkennen,…(R. Sriram: Patanjali: Das Yoga-Sutra – Von der Erkenntnis zur Befreiung, Theseus-Verlag 2003/III: Pos. 116).

 

Mit regelmäßiger Yoga-Praxis, und vor allem Meditation in Stille, mag dies gelingen… (Hier gibt’s Tipps, wie Du durch die richtige Atemtechnik abschalten kannst.) Ich sehe es momentan als (große) Herausforderung und hoffe Dir damit Mut und Inspiration gegeben zu haben.

Namasté – die herzlichsten Grüße

Deine Lotte

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  1. Danke für diesen tollen Beitrag!
    Er spricht mir – mal wieder – aus der Seele und packt mich gerade da, wo es „drückt“.
    Eine dicke Umarmung schicke ich Dir liebe Lotte.
    Namastè
    Nadine

    1. Danke, meine Liebe!
      Das tut gut zu lesen… Oft denke ich, ich stehe alleine da, mit meinen verkorksten Ansichten von „Mutter, Vater, Kind,…“ Über Yoga habe ich schon so viele Gleichgesinnte getroffen, die mich immer wieder bestärken, dass ich es richtig mache/denke. Auch Dich – Danke, dafür!
      Namasté und alles Liebe
      Deine Lotte

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