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Jürgen Laske: „Meine Frau und ich haben uns immer die Bälle zu gespielt…“

März 5, 2018
Jürgen Laske im Interview mit Lotte

Heute gibt es mal ein Interview mit einem Yoga-Papa! Wie es ist, als Yogalehrerin und Studio-Inhaberin noch eine kleine Familie zu managen hat uns Marion Hemmes an dieser Stelle schon berichtet. Das Ganze aber mal aus der Sicht eines Papas zu hören, könnte interessant werden. Der Geschäftsführer der Firma Bausinger, Jürgen Laske, berichtete mir am Telefon von seinem spannenden (Familien-)Leben als Kundalini-Yogalehrer in Asien. Sofort war die Idee geboren, diesen besonderen Menschen für meinen Blog – Dich – zu interviewen.

Lieber Jürgen,
schön, dass Du Dir die Zeit nimmst mir und meinen Lesern ein par Fragen zu beantworten.
Ich glaube auf eurer Homepage habe ich gelesen, dass Du Dich als „Weltenbummler“ bezeichnest. Das klingt locker -easy und vor allem nach Spaß.

Yogalehrer Jürgen Laske
Geschäftsführer Jürgen Laske – Yoga-Lehrer, Yoga-Papa und Weltenbummler. Hier auf der berühmten Schurwolle-Matte. (Quelle: Bausinger)

Aber was Du noch alles bist/ warst finde ich noch viel fantastischer: Erzähle mal von eurem Familienleben in Shanghai (bzw. Asien). War es für Dich als „Yoga-Papa“ zunächst schwer, das Zepter Deiner Frau zu überlassen, „die die Brötchen verdient“?

Jürgen Laske: Wir sind 1995, also kurz nach dem Studium ins Ausland gegangen. Wir wollten aus der Enge in Deutschland ausbrechen und mal unter Palmen arbeiten. Da meine Frau Bekleidungsingenieurin ist und sie in Asien recht leicht eine Stelle gefunden hatte, war es klar, dass sie beruflich vorangeht. Ich hab mir als Informatiker dann immer wieder vor Ort etwas neues gesucht und in der Regel auch gefunden. Da wir unser Leben aber als ‚GEMEINSAM‘ sehen, war es für uns nie ein Problem wer denn nun gearbeitet, Karriere gemacht oder mehr Geld verdient hat. Meine Frau und ich haben uns immer die Bälle zugeworfen. Wir haben beide unseren Beitrag zu unserem gemeinsamen Leben geleistet. Ursprünglich wollten wir vielleicht 2-3 Jahre im Ausland bleiben, es sind aber über 20 Jahre geworden.

Wie war Dein Alltag als Familienpapa und Yogalehrer? Sehnst Du Dich manchmal zurück?

Jürgen Laske: Als unsere Kinder noch klein waren und meine Frau ein großes Büro in Shanghai leitete, war ich schon recht viel mit den Kindern eingebunden. Ich schaute danach, dass sie in die Schule und wieder nach Hause kamen sowie ihre Hausaufgaben machten und versuchte meiner Frau den Rücken frei zu halten. Ich organisierte meinen Yogaunterricht drum herum, machte Besorgungen, kümmerte mich um meinen damals neu beginnenden Onlineshop mit Yogakleidung und war viel mit dem Fahrrad unterwegs. Zurücksehnen tue ich mich nicht. Im Rückblick weiß ich, dass wir die Zeit richtig und gut genutzt haben.

Du hast zwei Ausbildungen in Kundalini Yoga. Magst Du davon oder vielleicht auch von Deinen Lehrern berichten?

Jürgen Laske: Zum Yoga kam ich über einen neuen Nachbarn in Shanghai. Joe war eben Kundalini Yogalehrer in der Ausbildung und aus Neugierde machte ich einfach mal mit. Recht schnell ergab es sich, dass ich in die YL-Ausbildung mit eingestiegen bin. Da ich alles Mögliche immer RICHTIG und INTENSIV machen wollte, lies ich dann im späteren Verlauf kaum einen Workshop, Fortbildung oder Intensivkurs aus. Eins kam zum anderen und ich unterrichtete Pre- und Postnatal-Yoga, wurde Kinderyogalehrer. In Shanghai und Hong Kong habe ich als einer der ersten Kundalini Yogalehrer viel unterrichtet.

Jürgen Laske beim Kundalini Yoga
Jürgen Laske „lebt Yoga“. Nachhaltigkeit und das Bewusstsein für das Große Ganze sind ihm auch im beruflichen wichtig. (Quelle: Bausinger)

Was ist für Dich das besondere am Kundalini Yoga?

Jürgen Laske: Was mich unheimlich fasziniert hat, war die Ganzheitlichkeit sowie die Arbeit am körpereigenen Energiesystem. Die Abfolge aus Asanas, welche im Kundalini Yoga einen Inhalt oder Sinn haben und Kriyas genannt werden, hat mich angesprochen. Die darauf folgenden Entspannungsphasen und Meditationen haben mir geholfen Zugang zu meinem Geist und meinen Gedanken finden. Unterstützt wird das alles durch Pranayamas, Mudras, Meditationstechniken und dem Einsatz von Mantren und Klang. Ich habe mittlerweile viele Yogaarten ausprobiert und bin auch weiterhin offen für alle möglichen Richtungen. Aber in der Gesamtheit ist Kundalini Yoga MEINE Yogaart, da es eben keine Mattenakrobatik ist. Es geht letztlich darum, sein Bewusstsein anzuheben um ein besseres, gesünderes, ausgeglicheneres und zufriedeneres Leben zu leben. Die Schönheit und Wirksamkeit von Kundalini Yoga und allen anderen ernsthaften Yogaarten zeigt sich in schwierigen Lebenssituationen und abseits der Yogamatte.

(Anmerkung von Lotte: Hier erfährst Du noch mehr über Kundalini-Yoga.)

Nun bist Du Geschäftsführer der Firma Bausinger.
Fast jeder Yoga-Lehrer (meist in Süd-Deutschland) kennt eure Produktqualität. Für alle die euch nicht kennen, was ist das Besondere an euren Produkten, Matten, der Kleidung oder den Gurten?

Jürgen Laske: Da alles, was wir machen, herstellen, verbrauchen oder tun eine Auswirkung auf die Welt hat, versuchen wir so nachhaltig, umweltfreundlich und ressourcen-schonend wie möglich zu arbeiten. Wir wollen dabei einen Mehrwert für die uns umgebende Gesellschaft erarbeiten. Von daher ist es für uns wichtig, wenn wir mit Bio-Produkten und Herstellung in der Region einen Beitrag zur Verbesserung unserer Welt leisten. Unsere Bio-Baumwolle wird in Deutschland gewebt und gefärbt. Unsere Meditationskissen werden in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald hergestellt. Auch sonst bemühen wir uns, mit kleinen Zulieferern in der näheren Umgebung zu arbeiten. Unsere Schurwollmatten werden beispielsweise keine 8 Kilometer von uns entfernt beschichtet.

Der Firmengründer Frieder Bausinger hat als Yogalehrer und Textilingenieur anno 1975 die Schurwollmatte erfunden und schon damals Wert auf höchste Qualität gelegt. Die von uns verwendete Wolle ist ausschliesslich Merino-Wolle von der Südinsel Neuseelands, da diese im weltweiten Vergleich die höchste Produktqualität hat. Desweiteren sind die dortige Tierhaltung und Umweltstandards beispiellos. Wir haben immer wieder mal versucht mit Wolle aus Deutschland oder Europa zu arbeiten. Aber leider ist vor allem die Haptik nach unseren Maßstäben nicht wirklich vergleichbar. Da Schurwollmatten in der Regel viele Jahre halten, legen wir Wert auf sehr hohe Produktqualität und Praxistauglichkeit.

Jürgen Laske beim Kundalini Yoga.
Yoga auf einer Schurwolle-Matte. Ein einzigartiges Gefühl!

Auch ich habe, für schnellere Flows oder den herabschauenden Hund noch eine rutschfeste dünne schadstofffreie PVC-Matte (von euch). Wirklich überzeugend ist für mich die lange Haltbarkeit (sogar Waschmaschinenfest) und die Geruchsneutralität (da bin ich wirklich empfindlich.) Was kannst Du zum neuen Trend der „Bio-Kautschuk“-Matten sagen?

Jürgen Laske: Den herabschauenden Hund kann man zwar auch auf unseren Schurwolle-Matten üben, aber bei vielen dynamischen Yogastilen ist in der Tat eine rutschfeste Yogamatte eine Erleichterung. Hier haben sich PVC-Yogamatten – auch wenn diese aus Kunststoff sind – als haltbare und schadstofffreie Alternative durchgesetzt. Wir versuchen dennoch immer wieder Alternativen aus Naturmaterialien wie Jute, Kork, Latex und ähnliches zu finden, allerdings haben wir bisher noch keine Materialkombination gefunden, welche wirklich rutschfest, haltbar, nachhaltig und umweltfreundlich produzierbar und schadstofffrei ist.

Naturkautschukmatten erleben zwar einen großen Run, aber da ich Kautschukplantagen von Indonesien her kenne, weiß ich dass dort eifrig mit Insektiziden und Pestiziden gearbeitet wird. Kautschuk alleine ist nicht nutzbar. Es muss auf ein Trägergewebe, in der Regel ein zugfestes Glasfasergewebe, aufgetragen werden. Dann werden zur Stabilisierung Acrylate und Weichmacher beigemischt, sodass Kautschuk-Yogamatten einen erstaunlich hohen Kunststoffanteil haben. Leider bekommen wir für die Kautschukmatten keine Schadstoffprüfzertifikate. Mir wurde von der Laborleiterin unseres Prüflabors mitgeteilt, dass Naturgummi- und Kautschukartikel schon wegen der zwangsläufig entstehenden Nitrosamine beim Vulkanisieren keine Schadstoffprüfung bestehen können.

Worauf sollte man beim Yoga-Matten- und Material-Kauf achten. Was rätst Du Yoga-Einsteigern?

Jürgen Laske: Für die meisten Yogaarten und Yogaübungen braucht man per se wenig Material. Leider gibt es für Neukunden ganz wenig Beratung. Selbst die vielen Yogamatten-Ratgeber sind nur schlecht getarnte Produkt-Placement-Werbungen. Am Wichtigsten sind für Yogaeinsteiger die Hinweise auf den praktizierten Yogastil, Härte des Bodens, die notwendige Dämpfung abhängig vom Körpergewicht, persönliche Vorlieben, daraus resultierende Mattenstärke und Mattengröße und Rücksicht auf eventuelle Allergien. In vielen Fällen ist für den allerersten und eher körperlich-sportlichen Anfang eine PVC- Yogamatte mit 4,5 mm Stärke, 60 cm Breite, 200 cm Länge und mittlerer Dämpfung eine gute Wahl. (Wir beraten gerne am Telefon: 07434 600).

In den Zeiten von Globalisierung findet man wohl weltweit immer einen Hersteller, der vermeintlich billiger herstellen kann. Die Discounter produzieren ihre Billigartikel nicht ohne Grund in China, Bangladesh, Myanmar, Cambodia und anderen Ländern. Hier entsprechen Umwelt- und Sozialstandards nicht unseren europäischen Vorstellungen.

Der Kaufpreis eines Artikels ist allerdings nur ein Teil der Betrachtung, ich möchte mal die Nutzungsdauer und die Auswirkung auf unsere Umwelt und Gesellschaft mit in die Gesamtbilanz werfen. Vor allem über die Nutzungsdauer relativiert sich schnell ein eventuell teurer Einkaufspreis.

Am Telefon hast Du mir berichtet, dass Du auch als Autor tätig bist und, wie ich, ein Faible für’s Schreiben hast. Was machst Du denn noch alles?

Jürgen Laske: Neben dem Schreiben (hey, ich hab schon einen Roman veröffentlicht – ist aber schon ewig her!) hab ich Spaß am Fotografieren und generell am Reisen, an Natur und natürlich am Kochen mit meiner Frau. Durch unsere beiden Hunde bin ich regelmässig an der frischen Luft. Wenn wir mit unserem Unimog-Wohnmobil mal wieder unterwegs sind, pflege ich auch unsere kleine private Website. Damit Familie und Freunde wissen, wie es uns geht und was wir so machen. Momentan renoviere ich ein Bauernhaus auf der schwäbischen Alb und richte darin ein Yoga- und Textilstudio für meine Frau ein.

Du bist aber auch noch Yoga-Lehrer nebenbei. Wo liegt Dein persönlicher Schwerpunkt beim Unterrichten? Hast du eine besondere Zielgruppe?

Jürgen Laske: Ich fühle mich eigentlich hauptsächlich als Yogalehrer, der eher nebenbei eine Firma führt. Mir geht es vor allem darum, den Gedanken des Yoga in die Welt zu tragen und das kann ich mittlerweile in meinem geschäftlichen Umfeld leichter und besser als auf einer Yogamatte. Momentan unterrichte ich bei uns in der Firma eine Männer-Yogagruppe. Hier geht es darum, ganz normalen Männern einen Zugang zu sich selbst und zum Yoga zu bieten. Die wenigsten Yogaübenden wissen, dass Yoga ursprünglich als ganzheitliches Gesundheitssystem für Haushaltsvorstände entwickelt und gelehrt wurde. Es geht im Yoga darum gesund an Körper, Seele und Geist zu sein um mit den Anforderungen des Lebens hier auf Erden zurecht zu kommen. Erleuchtung und Spiritualität sind zwar erwünscht und hohes Ziel. Ganz banal geht es eigentlich darum ein gesundes, glückliches und erfülltes Leben zu leben. Viele Aspekte von Yoga sind nur „Taschenspielertricks“ auf dem Weg dahin.

Fällt es Dir leichter Anfänger oder Fortgeschrittene zu unterrichten?

Jürgen Laske: Bei Fortgeschrittenen kann ich mehr in die Tiefe gehen und Begrifflichkeiten wie Sadhana, Karma, Naad, Erleuchtung oder Mission im Leben erläutern. Bei Anfängern geht es vor allem darum, Grundlagen zu schaffen und die Basis und Verständnis für Pranayama, Meditationen, das Energiesystem und die Chakren zu lehren. Ich versuche die Schüler bzw. die Yogainteressierten da abzuholen, wo sie sind und ganz nach Yogi Bhajan zu arbeiten: poke, provoke and elevate…

Wo unterrichtest Du? Gibt es Events oder Festivals, wo man mal ein Yoga-Set mit Dir machen kann?

Jürgen Laske: Als nächstes unterrichte ich am Sonntag 8. April um 10:30 Uhr ein Yogaset auf der YogaWorld in Stuttgart und im Laufe des Sommers sicher auf dem einen oder anderen Yogafestival.

Danke, lieber Jürgen!

…für die tollen Einblicke ins Leben eines erfolgreichen Yoga-Papas.

Namasté

Wenn Du jetzt neugierig bist, auf die Yogamanufaktur…

…Bausinger bist:  Mit dem Gutschein-Code YL-JDQDJR erhalten meine Schüler und Fans 4% Rabatt.

Namasté – Sat Nam

und bis bald

Deine Lotte

 

  1. Das ist aber ein informatives Interview mit einem netten Kerl! Ich freu mich den Chef der Fa. Bausinger mal ein bisschen kennengelernt zu haben. Schließlich bestelle ich dort schon seit bald 20 Jahren meine ganzen Yoga-Utensilien und mache auch öfter Sammelbestellungen für die Teilnehmer meiner Yogaschule.
    Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Die Matten sind allesamt hochwertig, Hilfsmittel wie Stühle, Klötze und Gurte schön stabil. Ich habe schon mal einen günstigeren Gurt irgendwo gekauft, da war nach kurzer Zeit die Schließe kaputt. Das passiert dir bei Bausinger nicht. Und eine billige PVC-Matte hat oft einen unangenehmen Geruch, bei den hochwertigen von Fa. Bausinger ist das nicht der Fall.
    Dies als Info für alle, die die Firma noch nicht kennen. Ein Einkauf dort lohnt sich allemal.

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