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Noch mehr über den Muskel der Seele – Psoas

Januar 6, 2018
Mehr Infos zum Muskel der Seele

Einer meiner beliebtesten Blogbeiträge ist erstaunlicherweise eine kleine Abhandlung zum Psoas-Muskel. Ich denke hauptsächlich das mangelnde Wissen über diesen besonderen Muskel, sorgt dafür, dass die google-Suche häufig auf meinen Blog verweist. Daher möchte ich einen zweiten Teil, zu meinem beliebten Artikel bringen und allen Yoga-Fans oder Rückenschmerz-Geplagten noch ein par mehr Infos über den besonderen „Muskel der Seele“ geben.

Was wir wissen über den Muskel der Seele

In meinem bisherigen Post habe ich über Ursachen und Folgen einer Fehlfunktion dieses besondern Muskels geschrieben. Außerdem gibt es einige Übungen die helfen sollen den Beckenboden und die weiter tiefer liegenden Muskelschichten – wie eben auch den Psoas-Muskel – zu entspannen.

Die Seele

Warum dieser Muskel, der einzige, der Rumpf und Beine miteinander verbindet, gerade Muskel der Seele genannt wird? Ursprünglich ging ich davon aus, dass der Name des Muskels daher kommt, dass der Muskel evolutionsbedingt für die Übertragung unserer Ängste auf den Bewegungsapparat zuständig ist…

Aber das wirklich besondere an dem Psoas ist für mich, dass man ihn nicht sehen kann. Man kann nicht beurteilen, wie stark oder schwach er ist. Oder wie gedehnt er ist… Wie bei so vielen anderen Muskeln. Ich denke an ein völlig gegensätzliches Bild, von Bodybuildern, die mit künstlichen Stoffen ihre Muskeln zum Äußersten pushen. Es löst ein Lachen in mir aus, wenn ich mir vorstelle, dass ein „crazy Yoga-Bodybuilder“ mit Zusatzstoffen und Geräten seinen Psosas-Muskel pimpen will…. Ha, ha, ha!

Muskel Psoas
Arm- und Rückenmuskulatur lässt sich so trainieren, dass es sichtbar ist. Doch den Psoasmuskel, siehst Du genau sowenig wie „die Seele“.

Dieser Muskel und ebenso der Beckenboden sind aber von außen unsichtbar – wie auch die Seele.

Trotzdem zeigt sich am Körper(-bau) und der Haltung, wie stark die inneren Muskelschichten sind. Ein gut trainierter Beckenboden sorgt nicht nur dafür, dass die Organe im Alter da bleiben, wo sie hingehören oder verhindert Inkontinenz und bei Männern Potenzprobleme. Die gesamte Wirbelsäule – unsere „Energie-Autobahn“  – die Verbindung zwischen Himmel und Erde – wird gestützt durch die inneren Muskelschichten – auch den Psoas.

Im übertragenen Sinne könnte man sagen, dass der Muskel der Seele mit seiner Stärke, dem Menschen hilft mit „mehr Rückgrat“ durch’s Leben zu gehen. Eine aufrechte Haltung und ein fester Stand resultieren aus einem starken Psoas-Muskel.

Die Taube dehnt den Muskel der Seele

So dehnst Du die gesamte Lendenmuskulatur. Durch sanften Druck durch das Gewicht des eigenen Oberkörpers auf die gegrätschten Beine wird die Muskulatur rund um die Lenden im Asana der einbeinigen Taube – Eka Pada Kapotasana – weich gedehnt. Vorbereitend solltest Du allerdings die Hüftbeuger öffnen beispielsweise im Winkelsitz oder der liegenden Winkelhaltung (wie hier vorgeschlagen). Auch die Beinmuskulatur – ganz speziell die Beinaußenseiten – sollten vorbereitend auf dieses Asana durch Übungen gedehnt werden.

Eine Muskelverkürzung in der Beinrückseite ist eine weitere „Zivilisationskrankheit“ durch unsere Büro-Jobs. Die leider auch Rückenschmerzen und Verspannungen verursachen kann.

Die Beinrückseiten dehnst Du am besten mit einem Yoga-Gurt oder einem Schal oder Ähnlichem in Rückenlage. (Wo es sehr praktische Bio-Yoga-Gurte gibt, erfährst Du unten. Du hast noch keinen Yoga-Gurt? Dann schau‘ mal auf meinem Facebook-Profil vorbei. Dort kannst Du u.a. einen Yoga-Gurt von Bausinger gewinnen). Ein Bein wird gestreckt am Gurt nach oben gezogen, das andere steht angewinkelt oder liegt ausgestreckt auf dem Boden. So dehnst du nicht nur die Beinrückseite, sondern auch gleich die Hüftbeuger. Um die Übung entspannter für den oberen Rücken zu gestalten, kannst Du in einen langen Yoga-Gurt schlüpfen… Der Gurt liegt dann unter den Achseln und am Fußballen des ausgestreckten Fußes.

Muskel der Seele - Zum Dehnen der Beine
Hier seht ihr meinen neuen Gurt von Bausinger. Schöne Farbe, oder?

Übe Eka Pada Kapotasana achtsam: Hüften und Schultern parallel zueinander – nicht einknicken! Achte auch auf die Stellung der Knie. Zur Unterstützung kannst Du Dir ein Kissen oder einen Yoga-Blog unter den Schritt schieben. Eventuell benötigst Du für schmerzende Knie eine leichte Unterlage. (Hier nochmal mein „Disclaimer“: Such Dir einen guten Yogalehrer! Blogs, Videos oder virtuelle Coachings ersetzen nicht das direkte Feedback und die professionelle Anleitung eines Yogalehrers!).

Muskel Psoas
So sieht eine „sitzende einbeinige Taube“ aus. Darin wird der „Muskel der Seele“ optimal gedehnt…

Die Dreieckshaltung kräftigt den Muskel der Seele

Nicht nur den Psoasmuskel, sondern die gesamte tiefer liegende Muskulatur stärkst Du mit der gestreckten Flankendehnung. „Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Körperübungen des Yoga und dem athletischen Training besteht darin, dass in den asanas nicht nur die äußeren Muskeln in Aktion treten, sondern die tiefergelegenen Muskelschichten ins Spiel gebracht werden.“ (Helga Pfretzschner: Yoga-Üben in Schritten, ViaNova-Verlag 2012,4:  S. 77).

Gehe in dieses Asana genau so achtsam und bewusst, wie Du es immer tust. Achte dabei auf einen festen Stand und den Kontakt Deiner Fußsohlen zum Boden. In die Beugung des vorderen Beins gehst Du am besten ausatmend indem das Becken aufgerichtet und die Wirbelsäule gestreckt wird. Der gestreckte Arm verlängert die Flanke von der Fußsohle aus. Die Schulter des gestreckten Armes rollt nach hinten und die Handinnenfläche schaut nach unten. Der Blick geht nach oben, sofern keine Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich vorliegen.

Psoas Muskel
Mit einem Stuhl oder – bei Yoga im Freien – auch einem Stein als Hilfsmittel, kannst Du den Körper sanft auf die Dreieckshaltung vorbereiten. So wird der „Muskel der Seele“ super gestärkt.

Vergewissere Dich stets, dass Deine Hüfte aufgerichtet ist: Kein Hohlkreuz, das Gesäß leicht einziehen.

Ausgleichend übst Du am besten Vorbeugen im Stehen in der Grätsche, z.B. Prasarita-Padottanasana (s. Titelbild).

Wie es wirkt?

Der Muskel der Seele ist für vielerlei Beschwerden verantwortlich bzw. seine Schwächung oder Überreizung. Meist handelt es sich um Folgebeschwerden, denn ein überreizter Muskel führt zu Haltungsbeschwerden, die wiederum Rücken- und Kopfschmerzen beeinflussen können. Sich selbst erst einmal dieses besonderen Muskels bewusst zu werden, beim Stehen oder Laufen, sorgt fast umgehend für eine aufrechtere Haltung.

Probier‘ es doch einfach mal aus, wenn Du das nächste Mal „schnell von A nach B hetzt“. Werde Dir Deines Psoas-Muskels bewusst! Dein Gang wird sich zwar verlangsamen, aber die Schritte werden größer und effektiver. Deine Wirbelsäule wird aufgerichtet und automatisch kehrt in Dein inneres Ruhe… Aus dem Hetzen wird ein bewusster Gang. Auch bewusstes Atmen bringt uns wieder mehr in unsere innere Mitte (- wie und warum liest Du hier).

psoas muskel
Entspanntes Gehen, gelingt vor allem im Urlaub (hier in St. Tropez). Du kräftigst damit deine Körperaufrichtenden Muskulatur und Deinen „Muskel der Seele“.

Alles ist Yoga

Meine Yogalehrerin sagt immer: „Irgendwann wird alles Yoga: das Einräumen der Waschmaschine, das Kaffeetrinken,…“ Was sie damit meint? Wenn wir alles achtsam und mit Hingabe tun, wird es uns erfüllen und vielleicht sogar irgendwann erleuchten. Das ist der Weg des Buddhismus. Vielleicht etwas weit hergeholt, aber wer lange Yoga macht weiß, was ich meine. Indem wir Ruhe in unsere Haltung und unseren Gang bringen, durch das bewusste Training unseres Psoas, bringen wir auch Ruhe in unser „Inneres“ oder unsere Seele. Vielleicht auch deshalb: der Muskel der Seele.

Wenn Dich noch mehr zum Thema der einzelnen Muskeln interessiert…

…dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Ich bin selbst immer neugierig zu recherchieren und hoffe ich konnte Dir mit meinem Blog ein par Anregungen für die Yogappraxis geben.

Namasté

psoas-muskel der seele
Bei Bausinger gibt’s auch diese schönen Fell-Matten!

…mein Herz grüßt Dein Herz!

Deine Lotte


Dieser Blogpost enthält einen Amazon-Affiliate-Link und Werbung.

Seit ich Yoga mache kenne ich die Firma Bausinger. Meine erste „richtige Yoga-Matte“ habe ich hier gekauft und sie hat schon einiges mitgemacht. Strandaufenthalte mit anschießender Waschmaschinenwäsche. Ich bin sehr überzeugt von der Qualität und kann dafür nur meine Empfehlung aussprechen. Die Yoga-Gurte sind aus Bio-Qualität und (was mir persönlich immer wichtig ist) „im Ländle“ hergestellt. Sie müssen die ohnehin schlechte Schadstoffbilanz von uns Menschen nicht noch zusätzlich mit langen Transportwegen belasten. Die Gurte sind extrem belastbar und was noch viel wichtiger ist: die Schließe ist sehr gut geeignet für Yogaposen. In den kompliziertesten Asanas ist es möglich durch eine kleine Handbewegung die Gurtlänge zu verändern… Aber genug geschwärmt. Hier ist der Link zu einem meiner Lieblingsprodukte. (Mit dem Gutschein-Code YL-JDQDJR erhalten meine Schüler und Fans 4% Rabatt.)

Wenn Du einen Yoga-Gurt der Firma Bausinger gewinnen willst, geh‘ auf meine Facebook-Seite.


(Angehenden) Yoga-Lehrern kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Viele mögen großflächige, bunte Grafiken vermissen. Aber der Wissensschatz dieses Buches ist enorm. Außerdem ein erfrischender und sachlicher Schreibstil:

  1. Liebe Lotte,

    bereits ein kleine Weile lese ich deinen Newsletter und deinen Blog und das sehr gern. Nun mag ich bei dem Gewinnspiel Vintage-Design-Kerzen mitmachen und hoffe auf einen Gewinn. Aktuell sauge ich wieder alles zum Thema Ayuveda auf. Und daher mag ich deine Ayuveda-Tipps und Rezepte ganz besonders, insbesondere alles zum Thema Rasayanas.

    Viele liebe Grüße aus Berlin
    Line

    1. Toll, liebe Line!
      Mensch, das freut mich aber sehr! Toll!

      Das ist auch ein Thema, das mich fasziniert. Schöne Idee! Dann vertiefe ich das mal wieder – langes Leben ist schließlich immer schön 🙂
      Liebe Grüße in die alte Heimat Berlin,
      Deine Lotte

  2. Liebe Lotte,

    ich bin grade erst auf deinen Blog gestoßen und habe mich vom Psoas-Muskel direkt angesprochen gefühlt. Da ich selbst eine „verspannte Hüfte“ habe und mich seit meiner Heilpraktikerausbildung auch für den Bewegungsapparat interessierte, musste ich einfach mal vorbei schauen.
    Sicher werde ich das öfter tun. 🙂 Schöne Beiträge!!!

    Liebe Grüße
    Janine

    1. Liebe Janine,
      Das freut mich aber! Manchmal faszninierend, was wir so „auf dem Weg“ entdecken… Oder? Es freut mich, dass ich Dich als Leserin gewinnen konnte! Hoffe Dir gefallen auch meine Yoga-Interviews. Davon wird es in nächster Zeit ein par mehr geben 🙂
      Gute Besserungswünsche für die Hüfte!

      Namasté
      Deine Lotte

      1. Liebe Lotte,

        dankeschön. Seit ich nicht mehr im Bürostress bin, legt sich das Problem zum Glück. Yoga habe ich früher gerne gemacht. Heute halte ich mich mit Pilates fit, aber denke darüber nach, wieder mit Yoga zu beginnen.
        Ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge und lasse mich gern inspirieren.

        Liebe Grüße
        Janine

        1. Das freut mich sehr, liebe Janine!
          Danke für das liebe Feedback. Pilates habe ich auch schon gemacht. An Yoga gefällt mir einfach das Ganzheitliche und die Philosophie, die es „on top“ gibt. 🙂
          Schön, wenn Du hier Inspiration findest!
          Weiterhin viel Erfolg beim Sport und beim auch beim Blog!
          Namasté,
          Lotte

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