Lotte Laib

Yoga, Ayurveda und Achtsamkeit
Yoga im Mama-Alltag

Muskel der Seele – Psoas

Juni 12, 2017
Blogtitel zum Muskel der Seele

Kennst Du den Psoas-Muskel? Oder auch Muskel der Seele?

Wenn Du Yoga machst, hast Du bestimmt schon vom Psoas-Muskel gehört. (Wenn Du wissen willst, wie Du Deinen Psoas-Muskel dehnen und stärken kannst, klicke auf Teil II meiner Blogserie über den Muskel der Seele).

Es ist der einzige Muskel, der die Beine mit der Wirbelsäule verbindet. Er entspringt ungefähr am 12. Brustwirbel rechts und links und verläuft seitlich über die Flanke bzw. den Bauch bis ins Hüftgelenk.

Wie wir unserem Psoas-Muskel schaden:

Durch das ständige Sitzen, was dem Menschen anatomisch so leider nie vorbestimmt war, engen wir den Muskel ein und sorgen nach und nach dafür, dass er „verkümmert“. Auch zu enge Kleidung und andauernder Stress sorgen für einen überreizten Muskel. Denn entscheidend bei diesem Muskel ist nicht ihn „stark zu trainieren“, sondern zu trainieren, wie wir ihn entspannen.

Über die Wirbelsäule ist der Muskel nämlich direkt mit unserem „Reptilien-Gehirn“ verbunden. Also jener Teil, des Gehirns, der evolutionär als erstes angelegt war. Dieser löst außerdem den Flucht-Instinkt aus. Also, bei Stress und Angst weg zu laufen. Heutzutage macht das kaum einer. Nach der Standpauke des Chefs oder einer üblen Kunden-Beschwerde bleiben wir weiter auf unserem Schreibtischstuhl sitzen, obwohl unser Inneres alle Zeichen auf Flucht stellt. Der Muskel spannt sich an, bereit für die bevorstehende Flucht – doch es passiert nichts.

Den Psoasmuskel nicht mehr kontrollieren zu können, bedeutet sich auf langwierige Rückenschmerzen, wiederkehrende Kopfschmerzen, Hüftfehlstellungen, und und und einzustellen.

Es lohnt sich, sich mit diesem Muskel einmal genauer auseinander zu setzen

Du kannst herausfinden, wie es um Deinen Psoas-Muskel bestellt ist, wenn Du beispielsweise den Baum übst: Kannst Du das Hüftgelenk des angewinkelten Fußes flexibel nach außen drehen, scheinst Du Deinen Psoas ganz gut im Griff zu haben. Wenn Du allerdings Blockaden spürst, solltest Du zukünftig mit mehr Achtsamkeit an diesen Muskel ran gehen.

Der Baum - Yoga
Kannst Du den Psoas-Muskel entspannen?

Ich verrate Dir hier (passive) Übungen in denen Du Deinen Psoas-Muskel erkunden und entspannen lernen kannst. Diese Übungen eigenen sich auch wunderbar für eine kurze Meditation oder Nidra.

Yoga im Garten
Übungsvorbereitend empfehle ich die Muskeln und die Bänder in Knie und Hüfte durch den Schmetterling (Bhadrasana) zu dehnen bzw. vorzubereiten.

 

Schmetterling im Liegen
Schmetterling (Bhadrasana) im Liegen: Leg die Fußflächen aneinander und ziehe sie im Liegen so nah wie möglich an die Hüfte. Die Knie sollten entspannt nach außen „fallen“. Sobald Du den Beckenboden leicht anspannst, merkst Du, wie auch wieder Spannung auf die Knie kommt. Versuche bei der Übung möglichst alle Muskeln zu entspannen!

 

liegender Baum
Den Baum im Liegen zu Üben, ist ebenfalls gut um sich an das Entspannen des Psoas heranzutasten. Gerade, wenn es an Balance fehlt, neigen wir dazu zu verkrampfen (auch im übertragenen Sinn). Und so spannt sich auch unser „Seelenmuskel“ wieder an. Wenn wir liegen, können wir Hüfte, Knie und vor allem den Psoas sanft entspannen. Auch hier kannst Du testen, wie sich Dein Körper verhält, wenn Du gezielt versuchst den Muskel anzuspannen. Ich finde es faszinierend, wie sich dieser eine Muskel, fast auf die komplette Körperspannung auswirkt.

 

 

 

 

 

 

 

Entspannungshaltung im Yoga
Leg Dich auf den Rücken. Beine angewinkelt oder ausgestreckt – so wie es angenehm für Dich ist. Dann unterbaue Deinen Rücken mit einer Yoga-Rolle (harte Kissen oder ein Schlafsack tun es auch). Achte auch darauf, dass Dein Kopf extra gestützt wird, sodass im oberen Rücken eine leichte Rückbeuge entsteht. Wichtig ist der Abstand zwischen Rücken und Boden (ab etwa 12. Brustwirbel). So gibst Du dem Psoas „Luft zum Durchhängen“ und Entspannen. Die Arme legst Du am besten entspannt neben den Körper (um die Lücke unter dem Rücken besser zu zeigen, habe ich meine Arme extra nach außen gestreckt). Versuche Dich so zu entspannen. Atme tief und halte das ganze mindestens fünf Minuten.

Was hilft noch? Oder wann muss ich aufpassen?

Lege beim Üben immer wieder Deine Handflächen auf den Bauch, um den Muskel zu spüren, zu massieren oder ihm Wärme zu geben. Dabei führst Du die Daumen und die Zeigefinger der jeweiligen Hand (wie um ein Trapez zu formen) zusammen und legst die Daumen auf den Bauchnabel.

Abschließend gilt, wie für jede andere Yoga-Session, dass durch die Haltung bestimmter Asanas mit entsprechenden Affirmationen auch negative Gefühle auftauchen können. Der Muskel heißt nicht umsonst „Muskel der Seele„. Lass Vorsicht walten, wenn Du belastet bist mit Angstzuständen oder Traumata (das gilt ja bei jeder Art von Sport – aber speziell eben im Yoga).

Ich merke, dass ich hier thematisch lediglich an der Oberfläche kratzen kann. Und bin schon jetzt gespannt, was ich zu diesem Thema und diesem besonderen Muskel noch alles lernen kann. Natürlich lasse ich Dich daran teilhaben.

Starte gut in eine entspannte Yoga-Woche! Und wenn es Dir zu heiß wird – Yoga-Üben. Hier habe ich ein par Tipps – Yoga und Ayurveda! Viel Spaß in der Sonne!

Kennst Du auch schon meine Ayurveda-Tipps, die Dir helfen wieder ins Gleichgewicht mit Deinem Körper zu kommen?

Mein Herz grüßt Dein Herz – Namasté

Deine Lotte

Yoga geht immer 😉

 


Inspiration für den Artikel fand ich…

…im Buch „Yoga-Üben in Schritten“ von Helga Pfretzschner (vianova), die einen sehr kleinen Exkurs über den Psoas-Muskel abhandelt.

Weiterführende Artikel im Netz:

PSOAS, der Muskel der Seele – ein wertvoller Artikel für alle YogalehrerInnen und YogaschülerInnen von Bhajan Noam 

Der PSOAS – und warum er so wichtig ist auf Die Traum (a) Seite Persönliche Begleitung – Coaching und TRE®

Rückenschmerzen durch zu viel Sitzen?
Der Muskel der Seele ist verantwortlich für unsere gesamte Haltung.

 

  1. Ich bin 86 Jahre alt und erfahre erst jetzt von swm „Psoas“ Muskel, der mich seit Jahren mit zunehmenden Schmeren plagt. Bis zu meinen 75. habe ich Yoga gemacht – jetzt kann ich nicht einmal mehr an der Senioren-Sitzgymnastik teilnehmen. Ansonsten bin ich ziemlich gesund. Gibt es für mich einfache Übungen oder Anwendungen und wenn, wo?
    Danke im voraus und freundliche Grüße Helga Selk in Hamburg

    1. Liebe Helga,
      das freut mich aber, dass Dich Yoga so lange so fit gehalten hat. Wenn Du auch mit der Philosophie des Yoga vertraut bist, müsste Dir auch der Begriff „Achtsamkeit“ bekannt sein. Dies ist sozusagen das „Zauberwort“ beim Yoga üben mit Schmerzen. Zunächst: sind die Schmerzen zu groß und gar akut ist Schonung angesagt. Yoga übt sich auch durch Meditation im Sitzen oder spazieren an der frischen Luft.
      Dem Körper auch mal nachzugeben und in „Bewegungspausen“ zu gehen, ist eine der größten Aufgaben, die uns Yogis immer mal wieder „vom Universum“ gestellt werden. Nimm‘ dies auch als ein kleines Geschenk an.
      Es gibt bestimmt in Deiner Umgebung einen begabten Physiotherapeuten oder Physiotherapeutin, die Dir sagen können, welche Übungen Dich beweglich und fit halten und trotzdem Deinen Schmerzpunkt nicht reizen.
      Auf Anhieb fallen mir ganz leichte Dehnübungen für die Füße und die Zehen ein. Die kannst Du bequem im Sitzen oder Liegen ausführen. So kannst Du Dich vielleicht langsam entlang Deinem Körper nach oben „arbeiten“. Alles natürlich mit ganz viel Achtsamkeit! Und alles natürlich „ohne Gewähr“. Du weißt ich bin keine Medizinerin oder Yoga-Therapeutin. Es gibt sehr talentierte Menschen, die das lange studiert haben und bestimmt gerne helfen!
      Ich hoffe ich konnte ein bisschen helfen und wünsche Dir weiterhin sehr viel Erfüllung auf Deinem Yoga-Weg,
      Namasté
      Deine Lotte

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