Lotte Laib

Yoga, Ayurveda und Achtsamkeit
Buchtipp | enthält Werbung | Yoga im Mama-Alltag

Yoga mit Kind – Übungen, Buchtipps und eine Verlosung

April 8, 2019

Eine Kursteilnehmerin brachte es neulich auf den Punkt: Ich kann selbst Yoga, aber ich habe keine Ahnung, wie ich meine Kinder, die durchaus Interesse an Yoga haben, zum Yoga anleite. Wenn Du selbst Yoga machst, kennst Du Deinen Körper, Deine Entwicklung und eventuelle Risiken in der ein oder anderen Übung. Es stellt sich oft als ganz schön schwierig heraus, genau die richtige Übung beim Yoga mit Kind herauszufinden, und dann auch noch richtig anzuleiten… Hier habe ich übrigens schon mal die Yogalehrerin Marion Hemmes interviewt, wie und was sie mit ihren mittlerweile drei Kids so zu Hause an Übungen macht.

Kinder-Yoga-Kurse beginnen oft ab 6 Jahren. Wenn Du kleinere Kinder zuhause hast, die Interesse an Yoga haben und Du gerne mal eine Yoga-Stunde mit ihnen gestalten willst, habe ich hier für Dich ein Stundenprofil, das Dir helfen kann, die richtigen Übungen zu kombinieren und dann auch richtig anzuleiten. Wichtig bei allem ist der Spaß! Keiner von euch sollte sich dazu gezwungen fühlen oder sich aus irgendeinem Grund nicht wohl fühlen.

Einer meiner Lieblingssprüche im Yoga: es gibt kein richtig und kein falsch! Wenn Du Dich wohl fühlst – perfekt! Dasselbe gilt für die Kinder.

Erst die Grundvoraussetzungen

Wenn Du selbst Yoga machst, möchtest Du möglichst auch von nichts und niemandem gestört werden. Deshalb sorge zu allererst dafür, dass ihr etwa eine Stunde Zeit für euch habt – ohne Zeitdruck bis zum nächsten Termin oder der Verabredung mit dem Sandmännchen 😉

Dass Handy und Telefon in dieser Zeit lautlos oder sogar ausgeschaltet sind, ist selbstredend. Zeig Deinem Kind von vornherein, dass es wichtig ist, sich ausschließlich auf eine Sache zu konzentrieren. Multitasking ist bei Kindern nicht so beliebt….

Achte darauf, dass ihr bequeme Kleidung tragt. Möglichst nichts, was sich ineinander verhaken kann und auch keine Hosen, die ständig rutschen. Wie gesagt, wir wollen uns ganz auf uns und unser Yoga konzentrieren und sollten es deshalb so bequem wie möglich haben. Selbstredend sind wichtige Grundbedürfnisse wie Toilettengang, ausreichend Essen und Trinken befriedigt.

Dass jeder von euch eine eigene Yogamatte hat, ist vollkommen unnötig. Vieles lässt sich auf dem Boden oder auf Decken üben. Wichtig ist, die Lust zum Experimentieren.

Atmen und verbinden

In meinen eigenen Kursen, wähle ich zu Beginn der Stunde gerne Übungen die Atem und Körper verbinden. Dabei fällt es dann oft leicht, die Gedanken auszuschalten und sich aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Im Falle eurer gemeinsamen Yoga-Zeit, wäre es wichtig, dass ihr beide (oder auch die Geschwister) euch miteinander verbindet und trotzdem zu eurem eigenen (Atem-)Rhythmus findet.

Atem-Übungen für den Anfang

Setzt euch Rücken an Rücken

Leite Dein Kind dazu an die Augen zu schließen. Ruhig zu atmen und sich dabei auf Deinen Rücken, die Wärme Deines Rückens und Deinen Atem zu konzentrieren. So kommt ihr zur Ruhe und findet einen guten gemeinsamen Startpunkt. Diese Übung eignet sich gut, wenn Du Dein Kind länger nicht gesehen hast und das Gefühl hast, dass ihr Nähe aufbauen solltet. Auch aufgekratzte und leicht verletzbare Kinder, finden in dieser kleinen Anfangsübung Geborgenheit und Ruhe.

Setzt euch bequem Rücken an Rücken
Zu Beginn nehmt ihr direkt – auch im übertragenen Sinne – Kontakt miteinander auf. Die Wärme und den Atem des anderen zu spüren, kann sehr wohltuend sein.

Ihr seid Gorillas

In einer anderen  (alternativen) Übung stellt ihr euch breitbeinig gegenüber. Ihr stellt euch vor dass ihr tief einatmet – von unten nach oben. Also: vorbeugen – und beim Aufrichten tief einatmen.

Yoga-Literatur für Kinder von Mariam Gates. Erschienen im Riva-Verlag.
Tiefes Einatmen – mit den Armen nach oben. Auch in den schönen Yoga-Büchern von Mariam Gates gehört diese Übung dazu.

Den Atem kurz halten und dann mit den Fingerspitzen am Oberkörper klopfen und und ausatmend laut das A oder das O tönen. Wenn der Einatem kommt, nochmal tief atmen und ausatmend wieder nach unten in die Vorbeuge schwingen.

Beim nächsten Mal Einatmen und Aufrichten, wieder den Atem kurz halten und dann mit den flachen Händen auf dem Oberkörper (und wenn es geht dem Rücken) klopfen und laut AAAAH rufen… so lange wie ihr ausatmet. Sobald der Einatem kommt, nochmal die Brust schwellen. Und ausatmend nach vorne beugen.

Beim nächsten Atemzyklus, geht es weiter mit den Fäusten. Und im Anschluss dürft ihr ein wenig in der Vorbeuge auspendeln und ausruhen.

Diese Atem- und Aufwärmübung ist vor allem für Kinder gut, die vielleicht ihren Frust des Tages rauslassen müssen, oder sich während Kindergarten und Schule eher unterdrückt fühlen. Als Gorilla können sie sich groß und stark fühlen – das wirkt sich unglaublich gut mental aus!

Wir wollen uns verbinden

Die folgenden Übungen sind leichte Aufwärmübungen, die ihr am besten gegenüber oder nebeneinander ausführt:

Wenn Du mit Deinen Kindern Yoga machst, steht der Spaß immer an erster Stelle. Verbissen irgendwelche Übungen perfekt zu machen, hat eh nichts mit Yoga zu tun.
Spaß steht definitiv vor der perfekten Ausübung. Nehmt immer wieder Kontakt auf, durch Berührung oder Blicke.
  • diagonale Katzenstreckung gegenüber: Dein rechter Arm und Dein linkes Bein strecken sich, aus dem Vierfüßlerstand heraus nach vorne, wo die die jeweils gegenüberliegende Hand Deines Kindes greifst. Normalerweise raten wir (Yogalehrer) dazu im Vierfüßler und bei der Streckung den Kopf nicht zu Überstrecken oder zu heben, aber in dem Fall kannst Du gerne eine Ausnahme machen. Es ist schön, sich bei Yogaübungen auch in die Augen zu schauen!
  • Krokodil-Drehung nebeneinander: Ihr liegt auf dem Rücken und breitet die Arme auf Schulterhöhe aus. Die Füße stehen angewinkelt etwa ein Fuß breit vom Gesäß entfernt (Hüftgelenkbreit). Ihr haltet eure Hände. In einer Ausatmung drehst Du den Kopf zu Deinem Kind und die Knie lässt Du in die andere Richtung fallen. Dein Gegenüber führt dies in die andere Richtung aus, sodass ihr euch anseht.
  • Leuchtturm – Po an Po: Ihr liegt beide auf dem Rücken und streckt die Bein gerade nach oben. Dabei berühren sich Gesäß, Oberschenkel und vielleicht auch die Unterschenkel (je nach dem wie groß Dein Kind ist). Ihr könnt jetzt abwechselnd die Fersen und die Zehenspitzen zur Decke strecken. Als Steigerung könnt ihr (im Bär) auch die Arme gestreckt nach oben nehmen und die Handrücken nach unten ziehen, sodass die Handflächen nach oben zeigen.
Die Beine nach oben strecken und die Fußzehen anziehen. Dabei könnt ihr euch vorstellen, dass auf euren Fußsohlen ein helles Licht balanciert, das an der Küste aufs Meer leuchtet.

Für’s Gleichgewicht und Ausgeglichenheit

Yoga und die Asanas (Körperhaltungen) sorgen für Ausgeglichenheit. Wir trainieren das Gleichgewicht und kommen so zu unserem inneren Gleichgewicht. Das kann enorm hilfreich für eure Eltern-Kind-Beziehung sein, aber auch für die Entwicklung Deines Kindes, das tagtäglich Dinge lernt, die auch den Gleichgewichtssinn ansprechen. 

Wunderschöne Bilder im Buch „Guten Morgen Yoga“ rel=“nofollow“ von Mariam Gates, stellen beispielsweise auch die doppelte Baumhaltung dar.
  • Der Baum: Ihr steht nebeneinander. Eure Hüften berühren sich. Dein Kind hält sich mit dem Arm, der an Deiner Körperseite liegt, an Dir fest – umgreift Deine Beine oder Deine Taille (je nach Größe) und Du darfst den Arm auf der Seite Deines Kindes auf Schulter oder Rücken des Kindes ablegen. Euer Standbein ist jeweils das Bein, das neben dem eures Partners steht (also innen). Ein par Atemzüge atmet ihr erst mal in der einfachen Berghaltung im Bewusstsein für das jeweilige Standbein. Dann hebt jeder das äußere Bein ab und legt langsam den Fuß dieses Beines an den Knöchel des Standbeines. Wenn ihr beweglich seid und eine gute Balance habt, dürft ihr den Fuß jetzt abheben und mit entsprechendem Gegendruck am Standbein anlegen (nicht am Knie).  Nehmt jetzt noch euren jeweils äußeren Arm und greift eure Hände. Vielleicht faltet ihr sie ja gemeinsam.
  • Das Dreieck: Ihr steht nebeneinander in einer großen Grätsche. Eure Füße sind etwa 50cm voneinander entfernt. Jeder dreht jetzt den Fuß der neben seinem Partner steht so, dass die Fußspitze auf sein Gegenüber zeigt. Nimm den äußeren Fuß 30-45° mit. Beide Beine bleiben die ganze Zeit gestreckt. Die Hüftgelenke bleiben nach vorne gedreht, so wie der der gesamte Oberkörper. Hebt eure Arme, schaut euch an und fasst euch wieder an der Hand. Langsam kippt der Oberkörper seitlich ab, ohne dass ihr aus der Hüfte dreht. Wenn ihr gut gedehnt seid, kommt der eine Arm gestreckt auf den Boden hinunter und mit dem anderen fasst ihr eure Hände über dem Kopf. Ihr könnt nach vorne schauen oder nach oben zu euren Händen.
  • Das doppelte Boot: Ihr setzt euch gegenüber. Eure Füße stehen auf dem Boden – die Beine leicht angewinkelt. Ihr sitzt so dicht zusammen, dass ihr eure Hände fassen könnt. Mit gefassten Händen lehnt ihr euch zurück, streckt langsam eure Beine nach vorne oben, sodass sich die Fußsohlen in der Luft ebenfalls berühren.
  • Fliegende Saurier:  Du legst Dich in die Kindshaltung. Dein Kind legt sich mit dem Bauch auf Deinen Rücken. Streckt nach und nach die Glieder (um abzuheben, wie ein Drache oder Fledermaus, Flugsaurier – oder was Dein Kind sonst so begeistert) und balanciert sich so mit Körperspannung auf Deinem rundem Rücken.
Im Buch „Guten Morgen Yoga“ wird eine malerische Reise begangen. Am Ende des Buches gibt es die Übungsreihe nochmals auf einer Doppelseite zum Nachüben.

Gemeinsam Entspannen

  • Brücke über den Berg: Während Du Dich in die Kindsposition begibst, legt sich Dein Kind mit dem Rücken über Deinen Rücken. Seine Füße sind aufgestellt und die Beine, je nach Körpergröße angewinkelt (Oberschenkel in der Luft). Der Kopf liegt etwa in der Kule Deiner Halswirbelsäule. In einer Einatmung nimmt Dein Kind noch die Arme nach hinten und kann so versuchen Deine Hände zu fassen.
  • Warme Hände: Dein Kind begibt sich in die Kindshaltung (Yoga Mudra) und die legst ihm von hinten Deine Hände auf den (unteren Rücken).
  • Igelball-(Tennisball-)Massage: Dein Kind liegt oder sitzt entspannt und Du massierst ihm den Rücken. Wenn Dein Kind sehr empfindlich ist, kann es lustig werden, denn die kleinen empfinden die Massage mit dem Ball meist als Kitzeln. Genießt es trotzdem und lacht ausgiebig miteinander. Den Kleinen gefällt es auch oft etwas zurück zu geben und im Gegenzug auch die Eltern zu massieren. Lass‘ es Dir dabei gut gehen.
Kinder mögen es auch im Kinderyoga, sich akrobatisch auszuprobieren. Da ist diese Übung perfekt.
Im tiefen Atmen könnt ihr euch entspannen und gleichzeitig verbinden.

Eine kleine feine Session…

…endet am besten mit einem gemeinsamen Mantra. Natürlich nur, wenn euch das liegt. Ihr könnt entweder ein schönes Kinderlied gemeinsam singen. Vielleicht kennt Dein Kind ja aber auch schon das ein oder andere Mantra (von Dir) und hat sogar schon ein Lieblingsmantra.

Für Kinder sehr schön sind die Mantras, die mit Bewegungen ausgeführt werden. Ich finde SA TA NA MA sehr schön. Es gibt von Snatam Kaur ein sehr schönes Lied, das sogar von einem Kinderchor gesungen wird. Pro Silbe des Mantras bewegen sich erst Daumen und Zeigefinger, dann Daumen und Mittelfinger, dann Daumen und Ringfinger und schließlich Daumen und kleiner Finger zusammen.

Das Mantra steht für Klarheit, Wahrheit und Reinheit und soll uns dabei helfen unseren Weg zu erkennen und mutig zu gehen. Sehr schöne Bedeutung, die wir auch gerne so unseren Kindern mitgeben können.

Ihr könnt eurem Kind aber auch erklären, dass es sich für jede Silbe und jeden Finger, der den Daumen berührt, eine eigene (geheime Bedeutung merken kann). Immer wenn Dein Kind Angst hat, unkonzentriert ist oder nicht weiter weiß, kann es für sich (auch unter der Schulbank) die SA TA NA MA mit den Fingern ausüben und bringt sich wieder ins Gleichgewicht.

Ich bringe meinen Kids bei: SA (= ich) TA (= bin) NA (= mutig) MA (= und stark)

Namasté

Damit endet jede meiner Yogastunden. Auch die mit den Kids. Wir setzen uns gegenüber, nehmen ein par tiefe Atemzüge in denen wir Kraft der Erde und Energie des Himmels in uns aufnehmen. Dann falten wir die Hände, verneigen uns voreinander und grüßen uns mit Namasté.

Das heißt soviel wie mein Herz grüßt Dein Herz!

Ohne die Hilfe meiner Kollegin und dem Riva-Verlags…

…wäre dieser Blogpost nicht entstanden. Deshalb möchte ich hier nochmal erwähnen, wie dankbar ich Pia Klein von Little Rabbits Yoga und dem Riva-Verlag bin, der mich regelmäßig mit so toller Yoga-Literatur versorgt.

Die Bücher…

Guten Morgen Yoga“ und Gute Nacht Yoga“ von Mariam Gates sind liebevoll illustriert und beinhalten jeweils eine wunderschöne Kindergeschichte zu unterschiedlichen Asanas. Wenn ihr eines der Exemplare gewinnen wollt,hinterlasst mir hier gerne einen Kommentar.

Die Bücher des Riva-Verlags sind geben mir immer wieder tolle Inspirationen für meinen Yoga-Mama-Alltag.
Traumhaft bebildert…

Eure Daten werden ausschließlich zur Verlosung der beiden Exemplare verwendet. Die Auslosung läuft bis zum 16. April 2019 (16 Uhr). Das Los entscheidet, wer eines der beiden Exemplare gewinnt. Insgesamt verlose ich jeweils ein Exemplar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Nachtrag:

Die Teilnehmerinnen der Auslosung wurden ausgelost und werden persönlich per E-Mail benachrichtigt. Falls es diesmal nicht geklappt hat – nicht traurig sein. Dran bleiben lohnt sich! Vielleicht klappt es das nächste Mal. Ich hätte es euch allen gegönnt!

Lotte sagt Danke für’s Mitmachen!

Und damit wünsche ich viel Glück…

…und Namasté!

Deine Lotte

    1. Das freut mich, liebe Olja! Du bist so super aktiv – dann noch Zeit für die schönen Freuden mit den Kids zu finden, ist ja manchmal gar nicht leicht. Super schön, dass Dir das gelingt!
      Wünsche alles Liebe und Glück,

      Deine Lotte

  1. Hallo Lotte,

    vielen Dank für Deinen tollen Blog!
    Gerne würde ich Yoga auch einmal mit Kindern ausprobieren. Danke für die schöne Verlosung!

    Liebe Grüße
    Karin

  2. Schön mal wieder von Dir zu lesen! Und dann auch noch mit einem Thema, das mir schon so oft Kopfzerbrechen bereitet hat. Vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps für eine gemeinsame Yogazeit zusammen mit Kindern. Ich werde es ausprobieren und berichten!

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